Dieses Werk war nicht nur Mozarts letzte Komposition, sondern zählt gleichzeitig zu seinen gewaltigsten und beliebtesten, aber auch umstrittensten Werken. Kein anderes Fragment eines großen Komponisten ist so rasch und konsequent nach seinem Tode vollendet worden wie dieses. Das Werk, das ein Auftragswerk des Grafen Walsegg aus Stuppach in Niederösterreich zu Gedenken an seine verstorbene Frau war, wurde bereits 13 Monate nach Mozarts Tod vollendet. Bis zu seinem Tod hatte Mozart lediglich den Eröffnungssatz mit allen Orchester- und Vokalstimmen niedergeschrieben. Das Kyrie sowie der größte Teil der Sequenz (Dies irae bis Confutatis) wurden lediglich in den Gesangstimmen und dem Continuo fertiggestellt, die wichtigsten Orchesterpartien skizzierte Mozart nur kurz. Der letzte Satz der Sequenz, das Lacrimosa, bricht nach dem achten Takt ab, so dass auch die Amen-Fuge fehlt. Von den Sätzen des Offertoriums hat Mozart lediglich die Gesangsstimmen und das Continuo ausgearbeitet. Mozarts Schüler Franz Jacob Freystädtler, Joseph Eybler und Abbé Stadler haben das Werk vollendet, das schließlich von Franz Xaver Süßmayr überarbeitet wurde. Für viele Kenner der Mozartschen Instrumentationskunst ergeben sich bei Süßmayr viele Widersprüche, so auch für Robert Levin. Der berühmte Musikwissenschaftler, der sich wie kein zweiter mit den überlieferten Fragmenten Mozarts beschäftigt hat, bietet einen höchst überzeugenden Kompromiss zwischen der gängigen Süßmayr - Fassung, einer Neuinstrumentierung der Mozartteile und einer Korrektur bzw. Ergänzung Süßmayrs nach Mozarts Skizzen und Vorstellungen. Unter der Leitung von Ralf Otto ist das Barockorchester L´arpa festante, eines der traditionsreichsten deutschen Ensembles für Alte Musik, zu hören. Es singt der Bachchor Mainz, einer der besten Chöre Deutschlands, als Gesangsolisten glänzen Julia Kleiter, Gerhild Romberger, Daniel Sans und Klaus Mertens. |