Weber, Gigant und Vordenker, schuf Musik, die charakterisiert war von einer neuartigen vorausweisenden Harmonik. Neukomm, weitgereist, hochgebildet gehört zu denen, deren Nachruhm (zu Unrecht) zu schnell verblasste, obwohl er bedeutende Beiträge zur Musik lieferte. |
Wer kennt Carl Maria von Weber nicht, aber wer kennt Sigismund Neukomm? Zwei Komponisten, denen ein an Ereignissen und Ergebnissen reiches Leben beschert war, die dennoch auf ganz und gar unterschiedliche Weise von der Musikgeschichte wahrgenommen wurden. Weber benutzt Klangfarbe als Mittel in einer nie bisher da gewesenen Art und Weise, nimmt vieles voraus, was später bei Mendelssohn und Nicolai, auch Wagner von Bedeutung sein sollte. Mit seinem Klarinettenquintett schafft er nicht nur ein brillantes Klarinettenstück, sondern er erschloss dem Instrument völlig neue Ausdrucksmöglichkeiten, versetzt den Hörer in ein Wechselbad der Gefühle: heitere Ruhe, jähes Erschrecken, Tumult und entsetzte Flucht, dann Rettung und Beruhigung ... Neukomm, weitgereist, hochgebildet gehört zu denen, deren Nachruhm (zu Unrecht) zu schnell verblasste, obwohl er bedeutende Beiträge zur Musik seiner Zeit als Komponist, Interpret, Arrangeur, Dirigent und Organisator lieferte. Kein Avantgardist, sondern Zeit seines Lebens verblieben in seiner musikalischen Heimat der Wiener Klassik Haydn und Mozarts. Trotzdem und vielleicht gerade deshalb ist sein Quintett ein wichtiges Abbild seiner Zeit, von der Art, die neugierig macht auf mehr ... |