Kompositionen aus dieser Schaffensperiode Franz Liszts, wie "Rosario", "Ave Maria" oder "Salve Regina" sind im fünften Teil der Orgelwerke zu finden, die auf der "Königin der Instrumente" ein einmaliges Musikerlebnis garantieren. Mit seiner beeindruckenden Darbietung ist es dem mehrfach preisgekrönten Organisten, Dirigenten und Komponisten Prof. Martin Haselböck auch dieses Mal gelungen, an der Ladegast-Orgel des Doms zu Schwerin (Opus 58, 1871) mit seiner Interpretation der Orgelwerke Liszts eine beeindruckende Klangwelt zu schaffen. Besonders in den Spätwerken Liszts entstanden einzelne und kleinere Kompositionen für Orgel oder Harmonium, die immer deutlichere Tendenzen beim Komponieren erkennen ließen. Einerseits entstanden intime, leise Stücke, die nunmehr ausschließlich für die private Gebetsausübung bestimmt sind und andererseits blockhaft "simplifizierte" Plenumsstücke, die zumeist in Zusammenhang mit hymnischen Chorwerken stehen, losgelöst von jeder erkennbaren musikalischen Funktion. Diese fortschreitende Materialreduktion führte zu einem immer einheitlicher werdenden Spätstil des Künstlers, der charakteristische Motivgruppen wie "Terzgesänge", "Glockenklang", "Fragefiguren" mit ansteigenden einstimmigen Linien, in reduzierter Dynamik und mit immer langsamer werdendem Tempo nebeneinander stellt. |