So wie ein Komponist im 17./18. Jahrhundert seine Meisterschaft in der Fugenkomposition unter Beweis stellen musste, erlangte folgend das Streichquartett eine ebenso wichtige Bedeutung. Kein Wunder also, dass z. B. im Schaffen Haydns, Mozarts, Beethovens das Streichquartett einen wichtigen Platz einnimmt. Bereits neun seiner Streichersinfonien vollendet, fünfzehn Fugen für die Quartettbesetzung geschaffen, gibt Felix Mendelssohn Bartholdy mit seinem ersten Streichquartett im Alter von vierzehn Jahren seinen Einstand und setzt die Fachwelt in Erstaunen. Schon in diesem lässt sich seine spätere Meisterschaft erkennen, zeichnet sich ein Personalstil ab, mit dem er sich hinfort einer hohe Wertschätzung seiner Zeitgenossen erfreuen kann. Auch Mendelssohn wendet sich Zeit seines Lebens immer wieder dem Streichquartett zu und es entstehen insgesamt acht Werke, die in dieser vorliegenden Ausgabe aus Anlass des 200. Geburtstages des Komponisten vereint sind. Das Gewandhaus-Quartett, welches jüngst ebenso seinen 200. Geburtstag feierte, ist für Mendelssohn ein wichtiger Partner gewesen, wurden doch durch dieses Ensemble z. B. zwei der Quartette op. 44 uraufgeführt. So war es keine Frage, dass eben dieses Ensemble wie kein anderes prädestiniert ist, Mendelssohn in dieser Form künstlerisch gewohnt meisterlich zu seinem Geburtstag seine Aufwartung zu machen. |